KMB Diözesan-Männerwallfahrt 2015

kmb2015-03Sonntag, den 8. November 2015 ging es zum 111. Mal zur traditionellen Diözesan-Männerwallfahrt der KMB zum Grab des Hl. Leopold nach Klosterneuburg, dieses Jahr unter der Leitung von Kardinal Christoph Schönborn mit dem Motto "Gleichheit und Würde".

Mitglieder der KMB des Dekanates Retz sowie aus angrenzenden Orten der Nachbardekanate fuhren mit priesterlicher Begleitung im Bus gemeinsam nach Klosterneuburg. Wie die Jahre zuvor gliederte sich die Wallfahrt in Prozession zum Stift, Wortgottesdienst, Predigt, eucharistische Andacht am Stiftsplatz und abschließender Übertragung der Leopoldi-Reliquie in die Stiftskirche.

Gleich zu Beginn erinnerte Kardinal Schönborn an das Wiedererstehen des Stiftes Klosterneuburg vor genau 70 Jahren nach dem Ende der NS-Schreckensherrschaft. Gemäß dem heurigen Motto der Wallfahrt und dem "Jahr der Orden" folgend erinnerte der Kardinal an die Ordensregeln der verschiedenen Orden. Die großen Ordensregeln der Benediktiner oder Franziskaner nannte der Wiener Erzbischof "eine Schule der Menschlichkeit". Menschlichkeit, die gerade in Zeiten totalitärer Regime so oft fehle.

Evangelium ist die Ur-Regel

Aber die Ur-Regelung ist das Evangelium, betonte der Kardinal, es ist "die" Lebens-Regel, die Jesus uns gegeben habe. Die große Kraft der darauf aufbauenden Ordensregeln sei ungebrochen. An der Benedikt-Regel orientierten sich bis heute Managementkurse, die Regel des heiligen Franz von Assisi mit ihrer Zuwendung zur Schöpfung und zu den Notleidenden habe durch Papst Franziskus eine neue Aktualität erfahren. Das Wirken der Barmherzigen Brüder habe das öffentliche Spitalswesen mitgeprägt, die Regel der Taizé-Gemeinschaft wiederum fasziniere besonders junge Menschen. Den Augustiner-Chorherren des Stiftes Klosterneuburg als Gastgeber dankte Schönborn besonders für ihr seelsorgliches Engagement.

Jesus habe seine sogenannte "Goldene Regel" positiv formuliert, wies Kardinal Schönborn mit Blick auf die Flüchtlingswelle hin: "Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen!" Auch er selbst sei 1945 mit seiner Familie als Flüchtling nach Österreich gekommen: "Wie dankbar waren wir, dass Menschen, Familien zusammengerückt sind. Das war auch nicht immer leicht für sie, aber sie haben es getan." Angesichts der gegenwärtigen politischen Lage - der steigenden Arbeitslosigkeit und der schwierigen wirtschaftlichen Lage - "werden wir auch heute zusammenrücken müssen", sagte der Kardinal. Solidarität sei notwendig, sie stärke den Zusammenhalt.

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Tausende Männer aus allen Teilen der Erzdiözese Wien am Stiftsplatz in Klosterneuburg.

Zum Wallfahrtsmotto "Gleichheit und Würde" ging Schönborn auf das "levelling up" - die Ausweitung des Diskriminierungsschutzes - beim Gleichbehandlungsgesetz ein, gegen das sich die Bischöfe gewehrt haben. Die angepeilte Einschränkung der Vertragsfreiheit wäre ein "tiefer Eingriff in die bürgerlichen und zivilen Rechte", warnte der Kardinal. Im Hinblick auf die sog. "Homo-Ehe" sei er dankbar, dass "bisher ein maßvoller Weg" gegangen worden sei. Es sei vielleicht aufgefallen, dass die Bischofskonferenz gegen das Partnerschaftsgesetz "keine wesentlichen Einsprüche erhoben" habe, denn "es ist legitim, dass Menschen ihre zivilrechtlichen Dinge regeln können".

Österreichs Bischöfe hätten sich aber entschieden dagegen gewehrt, die Homo-Partnerschaften mit der Ehe gleichzustellen. "Es geht nicht darum, über persönliche Entscheidungen von Menschen zu richten, aber darum, die Ehe als grundlegende Institution zu schützen", betonte der Wiener Erzbischof.

red/kathpress

 

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